Heimatmuseen als Partner der Heimatpflege
Die Bezeichnung „museal" ist heute vielfach zu einem abwertenden Begriff geworden. Man verbindet damit Erinnerungen an verstaubte Vitrinen, an eine Überfülle von gesammeltem und schlecht geordnetem Altväterhausrat, an aufdringliche Belehrung und endlos erscheinende Führungen, teils zu Recht, teils zu Unrecht. Gewiss galt für viele große und kleine Museen - und allen voran auch für die Heimatmuseen alten Zuschnitts - ehedem das Horten und zugleich „alles herzeigen" als oberstes Gebot, selbst wenn die einzelnen Gegenstände nicht unbedingt mit der jeweiligen Kulturlandschaft in Verbindung zu bringen waren. Inzwischen hat sich aber die Situation wesentlich verändert und verbessert.
Die Neuaufstellung und Neuordnung so vieler Heimatmuseen, in Bayern betreut und unterstützt durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, macht es dringend notwendig, die weitverbreitete bisherige Meinung über Bedeutung und Inhalt der Heimatmuseen zu revidieren. Sie stellen heute nicht nur eine wesentliche Bereicherung des regionalen oder lokalen Kulturlebens dar, sondern ergänzen mit ihren oft qualitätsvollen, ja einzigartigen Beständen sehr häufig die staatlichen Museen und Sammlungen und runden mit ihren Leihgaben themenbezogene Ausstellungen großen Stils ab.
Mit ihrem ausgeprägten lokalen oder regionalen Bezug sind die Heimatmuseen schließlich die erste Anlaufstelle für all jene, die etwas über die Geschichte und Kultur ihrer Heimat, ihres momentanen Wohnortes oder ihres Urlaubsortes wissen wollen. Gleiches gilt für die Erwachsenenbildung und die Schulen: Fast jedes dieser Museen verfügt zumindest über eine mehr oder weniger umfangreiche orts- oder regionalgeschichtliche Abteilung, die sowohl die historische Bildungsarbeit erleichtert als auch den Schulunterricht ideal ergänzt.
Die Heimatmuseen modernen Zuschnitts gehören somit zu den wichtigsten Partnern, Stützen und Informationsträgern der Heimatpflege in Stadt und Land.